SGE-Fanshop

Am 14. November nahmen Carolin und Mariella als Vertreterinnen unserer SV sowie Herr Vierling als Verbindungslehrer am Regionaltreffen "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" im Signal Iduna Park in Dormtund teil.
Nach der Ankunft und einem gemeinsamen Frühstück begann der Tag mit einem spannenden Vortrag von Prof. Dr. Bünyamin Werker, der über Hip-Hop-Kultur und den Einsatz von Rap in der diversitätssensiblen Bildungsarbeit mit Jugendlichen sprach.
Im Anschluss nahmen die Teilnehmenden an verschiedenen Workshops teil. Unsere Schülerinnen beschäftigten sich z.B. damit, wie man Zivilcourage und das aktive Vorgehen gegen Diskriminierung nachhaltig im Schulalltag etablieren und umsetzten kann. Zudem wurde ein Schulfestival für Demokratie geplant. Herr Vierling nahm am Workshop „Was bedeutet das Neutralitätsgebot für Schulen?“ teil, wo intensiv über die Rolle von Lehrkräften in politischen Diskussionen diskutiert wurde.
Insgesamt war es ein erkenntnisreicher und inspirierender Tag, der den Teilnehmenden wertvolle Impulse für ihre Arbeit an der Schule mitgab.
Am heutigen Volkstrauertag war unsere Schule durch drei Schüler:innen und Frau Finster vertreten. Die Rede, die Eva, Emil und Kaja hielten, ist im Folgenden nachzulesen.
„Wie wunderbar, dass niemand auch nur einen Moment warten muss, um die Welt langsam zu verbessern.“ In diesem Zitat von Anne Frank aus dem Jahr finden wir den Aufruf, nicht nur zu gedenken, sondern auch aktiv zu handeln.
Heute gedenken wir nicht nur der vielen Soldaten, die in kriegerischen Konflikten ihr Leben verloren haben, sondern auch der zivilen Opfer. Wir sollten uns erinnern an die jüdischen Bürgerinnen und Bürger aus Erwitte, Anröchte und Horn, die im April und Juli 1942 deportiert und in Konzentrationslagern ermordet wurden. Wir sollten uns erinnern an die unzähligen Menschen, die aufgrund von Rassismus und Intoleranz verfolgt wurden und deren Geschichten oft in Vergessenheit geraten sind. Wir sollten uns erinnern an die Stimmen derjenigen, die sich mutig gegen das Unrecht erhoben haben und für Freiheit und Gerechtigkeit kämpften. Wir sollten uns erinnern an die Lehren der Geschichte, die uns mahnen, die Menschenrechte zu verteidigen und für eine inklusive Gesellschaft einzutreten.
Wir können keinen Moment warten, um die Welt langsam zu verbessern.
Allein im letzten Jahr wurden in Deutschland mehr als 6.000 antisemitische Straftaten registriert. Diese alarmierende Zahl verdeutlicht, dass Antisemitismus nach wie vor ein ernstes Problem in unserer Gesellschaft darstellt. Solche Taten sind nicht nur Angriffe auf Einzelpersonen, sondern auch Angriffe auf die Werte von Toleranz und Respekt, die das Fundament unserer Demokratie bilden. Jeder Vorfall ist ein Zeichen dafür, dass wir weiterhin wachsam sein müssen. Jeder Vorfall ist ein Zeichen dafür, dass es unsere gemeinsame Verantwortung ist, gegen Vorurteile und Hass einzutreten. Es ist entscheidend, dass wir uns aktiv für eine Gesellschaft einsetzen, in der Vielfalt geschätzt und jeder Mensch, unabhängig von Herkunft oder Glauben, in Sicherheit leben kann.
Wir können keinen Moment warten, um diese Welt langsam zu verbessern.
In der heutigen Zeit sind wir mit einer Vielzahl von Krisen konfrontiert, die uns alle betreffen. Die Kriege in der Ukraine und in Gaza, Hunger, Vertreibung und Vergewaltigungen im Sudan, die Unterdrückung besonders von Frauen und Mädchen in Afghanistan, der anhaltende Krieg in Syrien oder der seit Jahrzehnten andauernde Konflikt im Kongo – all diese Krisen erfordern unser aktives Handeln und unsere Solidarität.
Der Konflikt zwischen Israel und Gaza, der immer wieder in gewaltsamen Auseinandersetzungen eskaliert, hat nicht nur das Leben der Menschen vor Ort zutiefst erschüttert, sondern auch die gesamte Region destabilisiert. Tausende von Zivilisten sind betroffen, und viele sind gezwungen, ihre Heimat zu verlassen, während die humanitären Bedingungen in Gaza zunehmend katastrophal werden. Dieser Konflikt verdeutlicht, wie schnell das Leid unschuldiger Menschen in den Hintergrund gedrängt wird.
Der Konflikt im Sudan, der durch politische Machtkämpfe und ethnische Spannungen angeheizt wird, hat das Land in eine humanitäre Krise gestürzt, die Millionen von Menschen betrifft. Seit dem Ausbruch der Gewalt sind zahlreiche Zivilisten gezwungen, ihre Heimat zu verlassen, während die grundlegenden Lebensbedingungen für viele unerträglich geworden sind. Dieser Konflikt verdeutlicht, wie schnell Frieden und Stabilität in einem Land gefährdet sein können und wie tiefgreifend das Leid der Zivilbevölkerung ist. Es ist unerlässlich, dass die internationale Gemeinschaft zusammenarbeitet, um humanitäre Hilfe zu leisten und friedliche Lösungen zu fördern, damit die Menschen im Sudan wieder Hoffnung auf ein sicheres und friedliches Leben haben können.
Frieden und Freiheit sind nicht selbstverständlich. Beides muss aktiv gestaltet und verteidigt werden. Wir alle tragen Verantwortung dafür, uns für eine Welt einzusetzen, in der Gerechtigkeit, Toleranz und Respekt für alle Menschen herrschen, und in der wir gemeinsam gegen Ungerechtigkeiten und Diskriminierung auftreten, um sicherzustellen, dass die Lehren aus der Vergangenheit nicht in Vergessenheit geraten. Wir können keinen Moment warten, um diese Welt langsam zu verbessern.
Die Demokratie ist ein kostbares Gut, das nicht selbstverständlich ist. Sie ist oft das Ziel von autoritären Regierungen und Extremisten, die die Freiheit der Menschen einschränken wollen.
Die Angriffe auf die Integrität von Wahlen, die Verbreitung von Desinformation und die Unterdrückung von Wählerrechten sind nur einige der Herausforderungen, denen die amerikanische Demokratie gegenübersteht. Der Einsatz der Nationalgarde in demokratischen Großstädten und die brachialen Abschiebungen von Migrantinnen und Migranten sind erschreckende Symbole für diesen Trend und zeigen, wie fragil demokratische Institutionen sein können, wenn sie von extremistischen Kräften bedroht werden. Diese Entwicklungen mahnen uns, dass wir die Prinzipien der Demokratie aktiv verteidigen müssen – tagtäglich und überall auf der Welt.
Die Unterdrückung von Frauen und Mädchen durch die Taliban in Afghanistan ist ein erschütterndes Beispiel für die Verletzung grundlegender Menschenrechte und die Diskriminierung aufgrund des Geschlechts. Seit der Rückkehr der Taliban an die Macht haben Frauen und Mädchen ihre Rechte in alarmierendem Maße verloren; sie sind von Bildung, Berufstätigkeit und öffentlichem Leben ausgeschlossen. Diese brutale Unterdrückung zeigt, wie schnell Fortschritte in der Gleichstellung der Geschlechter zurückgedreht werden können und wie wichtig es ist, für die Rechte derjenigen zu kämpfen, die am stärksten betroffen sind.
Demokratie und Menschenrechte sind nicht selbstverständlich. Beides muss aktiv gestaltet werden. Es liegt in unserer Verantwortung, uns für die Werte einzusetzen, die unsere Gesellschaften zusammenhalten, und für die Rechte derjenigen zu kämpfen, die keine Stimme haben. Nur durch unser entschlossenes Handeln und unser Engagement können wir sicherstellen, dass die Errungenschaften der Demokratie und der Menschenrechte nicht wieder verloren gehen. Wir können keinen Moment warten, um diese Welt langsam zu verbessern
Am Volkstrauertag gedenken wir der Opfer von Krieg und Gewalt, aber wir müssen auch aktiv für eine bessere Zukunft arbeiten. Lassen Sie uns gemeinsam für Frieden, Völkerverständigung und Demokratie eintreten.
Wir müssen nicht warten, um einen Beitrag zu leisten.
Wir müssen nicht warten, um uns zu engagieren, sei es in der Gemeinde, in der Schule oder in Vereinen.
Wir dürfen nicht warten, wenn Hass und Intoleranz um sich greifen.
Stattdessen sollten wir die Welt langsam verbessern.
Wir sollten die Stimme erheben und für die Werte einstehen, die uns wichtig sind.
Lassen Sie uns gemeinsam für eine Welt eintreten, in der Frieden, Toleranz und Solidarität die Grundlage unseres Zusammenlebens bilden. Nur so können wir sicherstellen, dass die Opfer von gestern nicht umsonst waren und dass wir eine bessere Zukunft für alle schaffen.
Wie Anne Frank 1942 in ihr Tagebuch schrieb: „Wie wunderbar, dass niemand auch nur einen Moment warten muss, um die Welt langsam zu verbessern.“
Vielen Dank.
Kaja, Emil, Eva (Q1)
Im Rahmen des Anne-Frank-Projekttages im letzten Monat ist ein ganz besonderes, interaktives Tagebuch entstanden: Ein Tagebuch für Anne
Alle Klassen waren eingeladen, sich mit eigenen Gedanken, Gefühlen und kreativen Beiträgen zu beteiligen – und viele sind diesem Aufruf gefolgt. So ist ein bewegendes digitales Tagebuch entstanden, das Videos, Sprachnachrichten, Bilder und Texte enthält. Es lädt zum Innehalten, Nachdenken und Gedenken ein.
Dieses Tagebuch ist mehr als eine Sammlung von Beiträgen – es ist ein lebendiger Raum des Erinnerns, des Lernens und der Auseinandersetzung mit Anne Franks Schicksal und dem, was es uns heute bedeutet.
Nehmt euch Zeit. Taucht ein. Hört hin. Schaut genau.
Ein Tagebuch für Anne – und für uns alle.
Hier gelangt ihr zum Tagebuch:
view.genially.com/67f660059a6073efecc38261/presentation-tagebuch-fur-anne-frank
Demokratie lebt vom Mitmachen – und wir machen mit!
Deshalb beteiligen wir uns am SGE an der bundesweiten Aktion #IchStehAuf, die vom Netzwerk der Preisträgerschulen des Deutschen Schulpreises ins Leben gerufen wurde – unterstützt von der Boschstiftung , der Heidehof Stiftung, der ARD und der ZEIT Verlagsgruppe.
Die Aktion setzt ein klares Zeichen für Demokratie, Toleranz & Vielfalt und richtet sich insbesondere an Schulen und ihre Gemeinschaften. Ziel ist es, demokratische Werte wie Respekt, Meinungsfreiheit und Zivilcourage sichtbar und erlebbar zu machen.
Gemeinsam mit euch konnten wir ein deutliches Zeichen setzen: Schon beim Schulfest haben wir viele starke Fotos gemacht – Schüler*innen, die mit ihren Botschaften für eine offene, inklusive und demokratische Gesellschaft aufstehen. Wir sammelten weitere Statements und gestalteten daraus, gemeinsam mit dem Kunstprojekt vom Schulfest, eine große Collage. Schaut euch dazu auch gerne unsere Story und unser Storyhighlight af Instagram an.
Wir stehen auf für ein starkes Demokratiebewusstsein.
"SV am SGE - wir schauen über den Tellerrand" - viele unterschiedliche Themen passten unter das übergreifende Motto des SV-Seminars am Donnerstag und Freitag, 19. und 20. Januar. Das Treffen ist für Klassen- und Jahrgangsstufensprecher, ihre Stellvertreter und die Mitglieder der Schülervertretung jedes Jahr eine Chance, jahrgangsübergreifend miteinander zu arbeiten. Betreut wurden die Teilnehmer von den SV-Lehrern Annette Wessel und Antonius Bertels.
Seit vergangenem Sommer ist unsere Schule Teil des Netzwerks "Schule ohne Rasismus - Schule mit Courage". In vielen Gruppen des Seminar ging es darum, diesen Anspruch weiter mit Leben zu füllen und neue Projektideen zu entwickeln.
Übers Essen Grenzen überwinden: Eine der fünf Gruppen ging auf kulinarische Weltreise und bereitete internationale Speisen wie zum Beispiel äthiopische Gemüsefladen zu. Bevor es in die Küche ging, hatte SGE-Lehrer Jens Vierling über Fair Trade informiert. Er engagiert sich privat in einer Initiative für fairen Handel.
Auf einer neuen Weltkarte in Acrylfarbe sollen in Zunkunft Slogans aufgeklebt werden, die für Solidarität mit Menschen überall auf der Welt werben. Die Karte entstand in einer der Arbeitsgruppen.
Wo liegen die Ursachen für Rassismus? Eine Gruppe beschäftigte sich intensiv mit dieser Frage und macht nun Vorschläge, um unsere Schulgemeinschaft zu stärken und rassistischem Verhalten vorzubeugen. So sollen in Zukunft zum Beispiel im wöchentlichen Rhythmus Motivationssprüche über den Bildschirm in der Pausenhalle laufen, um das Thema immer wieder neu ins Bewusstsein zu rücken. Vorschläge für diese Antirassismus-Slogans sind übrigens willkommen.
Als Referent hatte die SV Kevin Veith, Jugendsekretär der IG Metall Lippstadt, eingeladen. In seiner Gruppe untersuchten die Teilnehmer zunächst das aktuelle Phänomen des Rechtspopulismus. Dann entstand ein Kurzfilm, der sich pointiert mit der Flüchtlingsproblematik heute und zur Zeit des Nationalsozialismus auseinandersetzt.
Zusätzlich drehte eine Gruppe einen kurzweiligen Imagefilm für unsere Schule.
Das gemeinsame Abendessen und Frühstück gehört neben der Arbeit zu den festen Programmpunkten des SV-Seminars. Die Mahlzeiten bieten eine zusätzliche Chance zum gegenseitigen Austausch, und zwar über Jahrgangsstufengrenzen hinweg.
Bei der abschließenden Präsentation der Arbeitsergebnisse in der Aula lobte Schulleiter Klaus Grothe die Seminarteilnehmer: "Was ihr hier vorgestellt habt, ist sehr beeindruckend." (huk)
Beim SV-Seminar ist ein beeindruckendes Video zum Thema Flucht entstanden. Es steht jetzt auf "youtube": www.youtube.com/watch;
Mit einem Festakt feierte das SGE am letzten Schultag vor den Ferien die Zertifizierung als "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage". 08 07.2016 „Lehrer sind faul, Blonde die besseren Liebhaberinnen, Rothaarige sind Hexen, Polen klauen und Schwarze sind dumm, dafür können sie gut trommeln.“
Klischees, Vorurteile – manche lustig, vielleicht charmant, andere erschreckend. – „Der Grat vom Klischee zum Rassismus ist sehr schmal“, stellt Amani Robinson fest. Warum ist das so? „Man definiert erst und schaut sich dann den Menschen an." Genauso funktioniert das bei diesen "Aber"-Sätzen nach dem Schema: "Ich habe nichts gegen Ausländer aber..."
“Wer gegen Vorteile und Rassismus kämpfen will, muss deshalb jeden einzelnen Menschen in den Blick nehmen. „Es ist dringend nötig, dass über Rassismus und Angst vor Fremden gesprochen wird“, ruft Amani Robinson den SGE-Schülerinnen und Schüler zu. „Und ich danke euch, dass ich daran Anteil haben darf."
Amani Robinson ist eine erfolgreiche Sängerin. An unserer Schule hat sie ihr Abitur gemacht und danach eine Ausbildung zur Opernsängerin absolviert. Neuerdings ist sie besonders auf Musicalbühnen erfolgreich. Die Schülervertretung unserer Schule hatte die Künstlerin gebeten, die Patenschaft für „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zu übernehmen.
Die Zusage kam postwendend und am letzten Schultag vor den Sommerferien stand sie auf der extra für den Festakt errichteten Schulhofbühne, sprach ein Grußwort und sang natürlich. Neunzig Prozent der Schülerinnen und Schüler, des Lehrerkollegiums und der sonstigen Mitarbeiter des SGE hatten sich mit ihrer Unterschrift hinter die Grundsätze von "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" gestellt.
Seit dem 8. Juli 2016 ist es offiziell: Sabrina Röglin vom Kommunalen Integrationszentrum des Kreises Soest überreichte Schulleiter Klaus Grothe und Schülersprecher Niels Große-Kleimann das Schild, das in Zukunft am Schuleingang hängen wird.
19 Schulen im Kreis Soest beteiligen sich inzwischen an dem bundesweiten Projekt. Untersuchungen zeigten, dass in unserer Gesellschaft Vorurteile größer werden. „Schule ohne Rassismus“ will dagegenhalten. Dabei gehe es auch darum, sich bewusst zu werden, welche Macht die Sprache habe, die man im Alltag manchmal gedankenlos verwende, sagte Sabrina Röglin und nahm damit den Gedanken von Amani Robinson auf, dass Klischees und Rassismus oft ganz eng beieinander liegen.
„Bisher hat an unserer Schule keine Vorfälle gegeben“, stellte Schulleiter Klaus Grothe bei der Begrüßung heraus. Dennoch sei es wichtig, ein Zeichen zu setzen: „Wir zeigen, wo wir stehen.“ Grothe erinnerte in diesem Zusammenhang auch an das Engagement vieler Schülerinnen und Schüler, die sich als ehrenamtliche Deutschlehrer für Flüchtlingskinder engagieren und lobte die Klassen, die die neuen Mitschülerinnen und Mitschüler herzlich aufgenommen haben. Nach der Zertifizierung als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ werde es in Zukunft regelmäßig Veranstaltungen geben, die sich mit dem Thema befassen, kündigte Grothe an. „Wir wollen tatkräftig und couragiert gegen Rassismus auftreten.“
Schülersprecher Niels Große-Kleimann zeichnete den Weg zur Zertifizierung nach. Ausgangspunkt war eine Initiative der Klasse 8c, die das Thema in die SV eingebracht hatte. „Wenn ihr Rassismus in unserer Schule bemerkt, dann zeigt auf das Schild und sagt: Wir wollen das nicht“, forderte er seine Mitschülerinnen und Mitschüler auf.
Eine Herausforderung, denn „ihr habt euch einen Brocken aufgeladen, das ist eine Aufgabe für jeden Tag“, machte Bürgermeister Peter Wessel den Schülerinnen und Schüler die Dimension der Aufgabe klar: "Es darf euch nicht alles egal sein.“ Ziel müsse es sein, respektvoll miteinander umzugehen: „Es gibt schon genug dumme Menschen auf dieser Welt.“ Das neue Siegel kann nur mit Leben gefüllt werden, wenn alle daran mitarbeiten. Wessel: „Gemeinsam seid ihr unschlagbar.“ (Siehe auch das Redemanuskript unter diesem Artikel.)
Mit einem Gitarrensolo von Julian Schulte-Eversum hatte die Feierstunde auf dem Schulhof begonnen. Birk Fischer, am Keyboard begleitet von Natalia Sikora, begeisterte einmal mehr als Sänger mit „This Is The Moment“ . Im Sowi-Unterricht hatte Christina Krampe mit einem Kurs Texte für „Denksteine“ erarbeitet. Diese Holzwürfel werden die in Zukunft in der Mensa stehen werden. Die Klasse 8d brachte das Thema des Tages mit einer Theaterszene auf die Bühne. Titel: „Denk-mal“.
Höhepunkt war natürlich der Auftritt von Amani Robinson. Sie hatte programmatisch den Titel „Random Black Girl“ als musikalischen Gruß ausgesucht. Kai Vogt begleitete sie dabei am Keyboard. Zum Abschluss bekannten alle Schülerinnen und Schüler, das Lehrerkollegium und alle Gäste Farbe: Sie hielten sich fürs Foto bunte Papiermünder vor den Mund. Die Botschaft: Wir schweigen nicht! (huk)
Die Rede von Bürgermeister Peter Wessel im Wortlaut:
Liebe Schülerinnen und Schüler unseres Gymnasiums, Ihr habt euch mit dem Siegel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ einen großen Brocken aufgeladen, denn das sind ein Anspruch und ein Auftrag, die ihr nicht nur bei diesem Festakt, sondern künftig jeden Tag zu erfüllen habt. Deshalb bin ich als Bürgermeister dieser Stadt auch stolz auf euch, weil unser städtisches Gymnasium dieses Siegel bekommt. Das Etikett „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ gehört nicht in die übliche Trophäensammlung einer Schule. Da sind Pokale sportlicher oder anderer Großtaten, da gibt es Zertifikate für wunderbar durchgeführte Aktionen, da gibt es Preise für erfolgreiche Wettbewerbe. Dahinter stehen ganz viel Planung und Einsatz, jeder Pokal ist redlich verdient - aber solche Ehrungen bekommt man für eine Leistung, die man schon erbracht hat. Und dieses Siegel? - Das ist Programm, dieses Siegel ist sogar Tagesprogramm, denn ihr habt euch vorgenommen, das Schulleben an unserem Gymnasium jeden Tag mit diesem Inhalt zu füllen. Dabei wissen wir alle, dass es nicht nur gute Tage gibt, sondern dass wir auch solche überstehen müssen, bei denen wir stöhnen: „Heute funktioniert aber überhaupt nichts!“ So etwas erleben wir auch im Rathaus manchmal. Aber auch an solchen Tagen gilt euer Auftrag! Euer neues Siegel hat zwei wesentliche Elemente: Schule ohne Rassismus ist ein Ziel. Ihr wollt dafür sorgen, dass eure Mitschüler nicht nach ihrer Hautfarbe, nach ihrer Herkunft, nach ihrer fremden Sprache oder Glaubensrichtung beurteilt oder sogar schlimmstenfalls verurteilt werden. Ihr wollt offen bleiben und tolerant für Neues. Für dieses Ziel spreche ich euch meinen großen Respekt aus, denn es gibt auf unserer Erde schon zu viele Menschen, die ihre Umwelt mit dummen Reflexen in gute oder böse Schubladen stecken. Das schafft oft Streit, denn meistens werden solche Leute ihren Mitmenschen nicht gerecht. Ihr habt euch ein ansprichsvolles Ziel aus-gesucht, denn der Schulalltag ist genauso wie das Leben außerhalb des Gymnasi-ums nicht nur ein fröhliches Fest, sondern mit vielen kleinen Auseinandersetzungen gespickt. Dann zeigt sich ganz besonders deutlich, ob man die Kraft hat, den inneren Schweinehund zu überwinden und an dem so wichtigen Ziel festzuhalten. Ich traue euch das zu! Das zweite Element eures Siegels ist genauso wichtig: Schule mit Courage ist ein Instrument. Courage soll euch helfen, das Ziel zu erreichen – oder gegen Angriffe von außen zu verteidigen. Dabei ist Courage gerade für junge Menschen manchmal schwierig, weil man noch lernen muss, Hemmnisse oder sogar Ängste zu überwinden. Wenn ihr euch gegenseitig fragt, ob da nicht jemand helfen könnte, dann ist das kein Zeichen der Schwäche, sondern im Gegenteil ein Zeichen der Stärke und Klugheit, weil ihr erkannt habt, dass man zu zweit oder mit noch mehr Gleichgesinnten viel stärker ist, als wenn man alleine wäre. Ihr werdet Courage brauchen, denn rassistische Äußerungen oder sogar Angriffe kommen nicht nur von Gleichaltrigen, sondern vor allem von älteren Menschen, es könnten sogar Lehrer sein. Wehrt euch dagegen, kämpft dafür, dass diese Schule eine Einrichtung bleibt, die offen und tolerant ist. Liebe Schülerinnen und Schüler, Offenheit und Toleranz bedeuten nicht, dass einem alles egal ist. Es gibt leider Zeitgenossen, die so etwas behaupten, aber das ist blanker Unsinn. Es darf euch nicht alles egal sein, ihr sollt ja gerade lernen, eure eigenen Überzeugungen zu entwickeln und zu wahren. Gerade in einer Zeit, wo wir an unseren Schulen mehr Kinder und Jugendliche aufnehmen, die aus einer für uns fremden Welt zu uns gekommen sind, ist die Selbstverpflichtung „Schule ohne Rassismus“ eine großartige Geste für einen vernünftigen Umgang miteinander. Weil ihr für diese Werte steht, denkt dar-an, dass man nicht eine einzelne Person braucht, sondern alle Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums und möglichst alle Lehrerinnen und Lehrer dieser Schule. Wenn es dann noch jemand wagen sollte, rassistische Äußerungen zu machen, dann könnt Ihr in einem Punkt ganz sicher sein: Gemeinsam seid ihr unschlagbar, nutzt diese Stärke, bremst die rechten und linken Ideologen aus!