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"Es gab ja nur Schule"

Abitur im Jahr der Pandemie. Alexia, Darius, Josefine, Merle und Sophie blicken auf ein besonderes letztes Schuljahr zurück.

28
05.2021

Eine von diesen Lehrerfragen zum Einsteig: „Welche Überschrift gebt ihr eurem letzten Schuljahr?“ – „Besonders“, fällt Merle Floer spontan ein. „Durcheinander“, fügt sie dann noch hinzu. „Ziemlich chaotisch“, antwortet Darius Schulte-Eversum, denkt noch einmal nach und sagt: „Traurig, ja es war auch ein trauriges Jahr.“ – Blick zurück auf ein Schuljahr mit Alleinstellungsmerkmal – coronabedingt per Videokonferenz.

Im letzten Schuljahr vor der Abi-Prüfung wird noch mal rangeklotzt. Punkte sammeln für gute Noten auf dem Reifezeugnis. Das mag in normalen Zeiten manchmal auch Anlass für Trauer sein. Darum geht es hier aber nicht. Es fehlt einfach etwas. Eine ganze Menge sogar: keine Studienfahrt, keine Exkursionen, keine Vorabi-Fete, keine richtige Mottowoche, kein Abiball, keine Zeugnisfeier in rappelvoller Aula mit Handschlag, Umarmungen und Umtrunk im Foyer. Dass das Klagen auf hohem Niveau sind, wenn man die Bedrohung durch die Pandemie dagegenstellt – geschenkt. Aber es gibt Dinge, die macht man nur einmal im Leben, ohne Reset. Das Abi gehört dazu. Die Studienfahrt gibt’s nicht als Wiederholungsprogramm, den Abiball nicht und alles, was sonst noch im letzten Schuljahr auf dem Spaßprogramm steht auch nicht.

Ausgerecht Freitag, der 13. „Es war plötzlich und unerwartet“, erinnert sich Alexia Fleming an den 13. März 2020. Ein Mitschüler war im Internet unterwegs, weil er im Leistungskurs Sozialwissenschaften recherchieren sollte. Statt der aktuellen Prognose zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts diese Neuigkeit: „Die machen dicht!“ Keiner hatte auf dem Schirm, dass das der Beginn einer neuen Zeitrechnung sein würde: Schule vor Corona, Schule mit Corona.

Dass aus der Schulschließung ab 16. März eine Folge von komplettem Distanzlernen, Rückkehr in den Präsenzunterricht und Wechselunterricht werden würde und alles, was künftige Abiturientinnen und Abiturienten in ihrem letzten Jahr an der Schule so alles auf die Beine stellen, sich in Luft auflösen würde, dafür reichte die Fantasie damals noch nicht.

„Man musste sich auf den anderen Unterricht einlassen“, blickt Josefine Harlinghausen zurück. Für alle Beteiligten erstmal eine Reise mit Pannen, Baustellen und Umleitungen. Doch das habe sich schnell zurechtgeruckelt, sagt sie: „An unserer Schule war die Organisation sehr gut. Alles hat den Umständen entsprechend prima funktioniert.“

Die missliche Lage als Chance begreifen: „Man kennt sich jetzt viel besser mit der Technik aus und man weiß sich zu helfen“, stellt Alexia Fleming fest. „Die Arbeit zu Hause hat mir gut gefallen. Ich konnte selbstständig arbeiten, mir die Zeit einteilen und ich war nicht an die Struktur der Schule gebunden“, gewinnt Sophie Mintert dem Distanzlernen positive Seiten ab. Doch gerade diese Freiheit sei auch eine riesige Herausforderung, wendet Darius ein: „Im Laufe der Zeit wurde die Motivation immer geringer.“ Fürs Leben nach der Schule habe die verordnete Heimarbeit dennoch viel gebracht: „Es hat geholfen zu lernen, Dinge einfach durchzuziehen.“ – „Man musste sich alleine durchquälen“, bilanziert Merle. Unterm Strich stehe ein Plus an Selbstständigkeit. Und die könne man nach der Schule ja gut gebrauchen. Trotzdem: „Das Miteinander mit den anderen hat gefehlt“, sagt Josefine. „Präsenzunterricht ist einfach besser“, vermisst Darius die Diskussionen in den Kursen und das Pläuschchen in den Pausen. Außerdem: „Stundenlang vor dem Bildschirm zu sitzen, ist ziemlich anstrengend.“

Habt ihr das Gefühl weniger gelernt zu haben? „Nein, ich habe sogar viel ausführlicher gearbeitet, weil man ja alles abgeschickt hat“, ist Alexia überzeugt. „Es gab ja nur Schule“, fügt Merle hinzu. Und die Abitur-Prüfung sei garantiert nicht leichter gewesen als sonst. Von einem „Corona-Abitur“ könne keine Rede sein, versichert Josefine und weiß aus vielen Gesprächen, dass die Leistung der Abiturientia 2021 besonders anerkannt werde: „Es gibt viel Respekt von anderen.“

Und danach? Nach dem Abi heißt nicht nach Corona. „Ich wollte ein Praktikum bei der Konrad-Adenauer-Stiftung in Costa Rica machen. Das geht jetzt nicht. Auch ein Praktikum im Bundestag ist nicht möglich“, berichtet Darius. Sophie plant eigentlich ein Au-pair-Jahr in Irland. Ob es was wird, steht noch nicht fest. Und das Praktikum in einem Museum, um zu testen, ob Kunstgeschichte das passende Studienfach wäre – alles ist im Augenblick in der Schwebe.

Wenn wieder alles möglich ist… „Werde ich feiern und Urlaub machen“, sagt Merle und muss in der Video-Konferenz nicht mit Widerspruch rechnen. Vermeintliche Selbstverständlichkeiten wie Treffen mit anderen werden alle mehr wertschätzen, ist Darius überzeugt.

Noch eine Lehrer-Frage zum Abschluss: Welches Fazit zieht ihr nach diesem Schuljahr? „Es gibt Dinge, die man einfach nicht nachholen kann“, sagt Josefine. (huk)

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